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Kooperationspartner

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„Im Risiko handeln“

Neue Konzepte aufsuchender Hilfen mit hochbelasteten Familien
Entwicklung eines Modellprojekts in Mecklenburg-Vorpommern

NAMEN UND KONTAKTDATEN DES KOORDINATOREN

Prof. Dr. phil. habil. Barbara Bräutigam
Prof. Dr. Matthias Müller

Hochschule Neubrandenburg
Fachbereich Soziale Arbeit, Bildung und Erziehung
Brodaer Straße 2
17033 Neubrandenburg

Tel.: 0395/5693-415 / 449
Fax.: 0395/5693-499

E-Mail: braeutigam@hs-nb.de
E-Mail: mueller@hs-nb.de

Erläuterung des Forschungsprojektes

Das Forschungsprojekt fokussiert international erfolgreiche und empirisch validierte Konzepte der aufsuchenden Familienarbeit, für die es in Deutschland bislang kaum empirische Forschungsergebnisse gibt. Der aufsuchende Hilfeansatz ist für das Flächenland Mecklenburg-Vorpommern von besonderer Relevanz, da er vor dem Hintergrund des demographischen Wandels Lösungswege und Handlungsstrategien aufzeigt. Aufsuchende Hilfen gewährleisten aufgrund ihres räumlich flexiblen Zugangs in entstrukturierten Regionen, in denen keine Trägerlandschaft vor Ort ökonomisch vertretbar etabliert werden kann, die Teilhabe aller Regionen am sozialen Hilfesystem.

Das Projekt schließt sozialwissenschaftlich und praxisbezogen an das erklärte zentrale Ziel der Landesregierung Mecklenburg-Vorpommern an, einen besseren Kinderschutz im Land zu gewährleisten; es versteht Vernachlässigung und Misshandlung auf der einen Seite und straffälliges Verhalten von Kindern und Jugendlichen auf der anderen Seite maßgeblich als Ausdruck von Erziehungsdefiziten. Die Innovation und die Bedeutung des Projektes liegen dabei in der Kombination einer wissenschaftlich und supervisorisch begleiteten Hilfepraxis sowie einer zeitgleich durchgeführten praxisnahen Evaluation aufsuchender Hilfen.

Arbeitsweise

Aufbau eines Modellprojekts in Kooperation mit zwei Jugendämtern (Hansestadt Rostock, Landkreis Müritz), regionalen Jugendhilfeträgern und kinder- und jugendpsychiatrischer Einrichtungen; Implementierung und Evaluation von aufsuchenden interdisziplinär gebildeten und seitens der Hochschule speziell geschulten Hilfeteams (sozialpädagogischer Familienhelfer, aufsuchender Familientherapeut), die engmaschig im Rahmen des Forschungsprojektes supervidiert werden. Das Angebot richtet sich an sog. Risikofamilien, die sich an der Schnittstelle zwischen ambulanten und stationären Hilfen befinden (z. B. Kindeswohlgefährdung durch Misshandlung / Missbrauch, vom Schulverweis oder von Inhaftierung bedrohte Jugendliche, Familien mit einem oder zwei psychisch kranken Elternteilen). Die Hilfen sollen über sechs bzw. maximal neun Monate eingesetzt werden – somit um die Hälfte kürzer als die übliche Dauer von Familienhilfen – und einen Umfang bis zu 12 Stunden die Woche einnehmen. Weiterhin wird eine Evaluation des Hilfsangebotes durch die Bildung einer Kontrollgruppe, die einen Vergleich mit den bisherigen Arbeitsweisen in den ambulanten Hilfen erlaubt, durchgeführt; die Hilfemaßnahmen selbst werden per Video dokumentiert und supervisorisch ausgewertet; die Familien werden vor während und nach der Hilfe selbst per Fragebogen und leitfadengestütztem Interview zu ihrer Zufriedenheit mit der Maßnahme befragt; darüber hinaus werden die Meinungen bedeutsamer Dritter (Kita, Schule, Ausbildungsstelle) über den Erfolg der Maßnahme per Interview ebenfalls eingeholt. Längerfristig ist die Entwicklung eines Ausbildungscurriculums zu aufsuchenden Hilfen geplant.